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Liebe Studierende, Freunde und Kollegen im In- und Ausland:

 

Nach über 20 Jahren als Leiter der Saarbrücker Amerika- und Kanadastudien (NALK, CCAC) wird es Zeit für mich, mit Erreichen meines 65. Geburtstags in den Ruhestand zu treten. Davon wird kein Aufhebens gemacht werden. Allerdings ist zur Feier des 15-jährigen Bestehens unseres Centre for Canadian and Anglo-American Cultures (CCAC) ein kleines Buch erschienen, das einen Überblick über einen guten Teil unserer vielen literarischen und wissenschaftlichen Unternehmungen und Veröffentlichungen gibt. Mancher wird sich dort in Wort und Schrift wiederfinden. Dort bleiben wir zusammen.

Zum Ausscheiden bei Erreichen der Altersgrenze und zum Verzicht auf denkbare Lehraufträge bestimmt mich meine angegriffene Gesundheit, aber auch die gefühlte Sinnlosigkeit weiterer Tätigkeit im bisherigen institutionellen Rahmen. Opportunität scheint vor Bildung zu gehen. Ich werde mich weiterhin auf anderen Wegen all dem widmen, was ich in Lehre und ausgeübter Literatur für wichtig halte.

Ein Sammelband mit Essays von unserer letzten internationalen Konferenz „State(s) of the Art: Considering Poetry Today“ (22.-24. Oktober 2008) wird bald unter demselben Titel erscheinen (Würzburg: Königshausen & Neumann).

Ich bin allen dankbar, denen ich bei ihrer Ausbildung bis hin zu Staatsexamen, Magister, Promotion und Habilitation helfen durfte, und jenen, die mit mir auf Stadt-, Landes- und Universitätsebene und in den Medien produktiv zusammengearbeitet haben. Bei Bedarf stehe ich von Fall zu Fall weiter zur Verfügung.

Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern, die bis zum „Ende meiner Dienstfahrt“ (Böll), trotz der uns in dieser Phase in unserem Umfeld getanen institutionellen Widrigkeiten und kollegialen Zumutungen, mit ausharrten.

 

Mit besten Grüßen

 

Klaus Martens, im Juli 2009

 

 

Dear Students, Friends, and Colleagues, here and abroad:

 

After twenty years of American (NALK) and Canadian Studies (CCAC) under my direction at the Universität des Saarlandes in Saarbrücken, Germany, the time has come for me to retire upon attaining my 65 th birthday. At the same time, as some of you are aware, we celebrate the 15 th anniversary of our Centre for Canadian and Anglo-American Cultures (CCAC) with the publication of a little book which provides an overview of a good deal of our literary and academic events and publications. Many will find themselves in it pictured or in print. There we remain together.

My leaving upon reaching retirement age and not taking advantage of a possible extension is, on the one hand, due to my somewhat impaired health. On the other, there is a felt uselessness of this occupation in the current institutional frame in which expediency seems to have won out against Bildung. Personally, I will go on to dedicate myself to what I keep considering important in academic teaching and my continued literary work.

A book of essays collecting contributions to our last international conference “States of the Art(s): Considering Poetry Today” (22-24 October 2008) will be published soon under the same title (Würzburg: Königshausen & Neumann).

I am grateful to all of those I could help, as a teacher and researcher, with their education and to achieve their Staatsexamen, Magister, Doctorate or Habilitation degrees. In addition, I extend sincere thanks to the administrations of this university, the City of Saarbrücken, the Government of the Saarland, and the media for their productive cooperation and support. If needed and useful, feel free to call upon me.

Special thanks go to those members of my last team at the UdS who have kept on working with me­ – in spite, it has to be said, of some institutional obstruction and collegial obtuseness during the last phase of my tenure.

 

Best regards,

 

Klaus Martens, July 2009

 

 

 

Willkommen

Der Lehrstuhl für Amerikanistik ist innerhalb der Fachrichtung 4.3 Anglistik, Amerikanistik und Anglophone Kulturen eine lebhaftes Zentrum akademischer Kultur. Seit 1990 von dem Literaturwissenschaftler, Dichter und Übersetzer Professor Dr. Klaus Martens (Göttingen, Harvard, Yale) geleitet, widmet sich der Lehrstuhl der Untersuchung der transatlantischen Literatur- und Kulturvermittlung - nicht nur in Bezug auf die Vereinigten Staaten, sondern vor allem auch mit Blick auf Kanada. Seit kurzem stehen auch wieder zeitgenössische Lyrik und insbesondere die in den USA darüber geführten Debatten im zentralen Interessenfeld des Lehrstuhls. Seit 1994 ist der Amerikanistik ein internationals Forschungszentrum angegliedert, das Centre for Canadian and Anglo-American Cultures (CCAC), über das die Amerikanistik nicht nur regelmäßig internationale Konferenzen organisiert und die Ergebnisse ihrer kanadistischen Forschungen publiziert, sondern auch zahlreiche akademische Beziehungen unterhält.

Was die Beschäftigung mit nordamerikanischer Literatur so spannend macht, ist die Tatsache, dass das Gebiet sich momentan in einer Phase des Übergangs und der Erneuerung befindet. So haben sich in der kanadischen Literatur in den letzten Jahrzehnten zwei nationale Literaturtraditionen –anglophon und frankophon- etabliert, die dabei bewusst versucht haben, den engen Nationalismus und Ethnozentrismus ihrer europäischen und amerikanischen Vorläufer zu vermeiden. Auch in den Vereinigten Staaten werden heute heterogene kulturelle Elemente, die seit der Kolonialzeit von einem hauptsächlich epigonal orientierten Literatur- und Kulturbetrieb ausgegrenzt wurden, zum zentralen Gegenstand des kulturellen Interesses. Die Werke von ehemals marginalen Autorengruppen, wie den weiblichen Autoren, die eigentlich schon immer eine wichtige Rolle in der amerikanischen Literatur spielten, oder von Autoren afrikanischer, spanischer, jüdischer, asiatischer und autochthon amerikanischer Herkunft, sind heute vermehrt Untersuchungsgegenstand der amerikanistischen Literaturwissenschaft. Und obwohl Professor Martens und sein Team nicht in der Lage sind, die neuen Entwicklungen in ihrer Gesamtheit zu vermitteln, so wird hier dennoch versucht, den Facettenreichtum und die breite Fächerung der nordamerikanischen Literatur und Kultur in einem bunt gestaltetem Lehrangebot und einer breit angelegten Forschung zu berücksichtigen.

Der Erfolg der Amerikanistik hierbei drückt sich in den zahlreichen Veröffentlichungen und in der wachsenden Zahl von Studenten und Absolventen aus, sowohl in Magisterstudiengängen als auch im Staatsexamen. Hinzu kommen zahlreiche Promotionen und zwei Habilitationen.

Der Lehrstuhl sieht seinen Aufgaben- und Wirkungsbereich nicht allein auf die Universität beschränkt. Er tritt seit langem auch im öffentlichen Raum als Organisator von Lesungen, Filmreihen und Ausstellungen auf. Wir fühlen uns verantwortlich dafür, unsere Studenten und die interessierte Öffentlichkeit mit dem für eine angemessene Bewertung der kulturellen Entwicklungen in Nordamerika notwendigen Vorwissen und einer kritisch-differenzierenden Perspektive auszustatten. Ein Highlight der letzten Jahre war beispielsweise der Besuch des Literaturnobelpreisträger Derek Walcott in Saarbrücken, vielleicht der bedeutendste Lyriker und Dramatiker englischer Sprache, dessen Werke Professor Martens ins Deutsche übertrug.

Der auf Heterogenität und Vermittlung ausgerichtete Literaturansatz spiegelt sich auch in der institutionellen Vernetzung des Lehrstuhles, von der Forschung und Lehre profitieren. Wir arbeiteten in enger Partnerschaft mit den anderen literaturwissenschaftlichen Lehrstühlen unseres Fachbereiches, Anglistik und TAS, und sind im ständigen Austausch mit Nordamerika, sowohl auf persönlicher wie auch auf institutioneller Ebene. Deshalb beruht das von uns vermittelte Wissen neben der Forschung auch auf den direkten persönlichen Erfahrungen der Teammitglieder mit transatlantischen Kulturunterschieden. In der Form von zahlreichen Austauschprogrammen können wir die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern, auch für unsere Studenten eröffnen.

 Kurz gesagt: in der Amerikanistik gibt es einiges zu entdecken, und wir zeigen Ihnen gerne den Weg.

 

The study of North American Literature and Culture occupies a central position within the Department of English, North American Literature and Culture, and Anglophone Cultures at the University of the Saarland. Research into transatlantic literary and cultural relations of Canada and the United States presently forms the primary focus of the department’s scholarly activities. Professor Klaus Martens, Chair of American Studies since 1990, is a graduate of the Göttingen School of Literary Studies and Yale University, where he developed a pronounced interest in the study of poetry and poetic theory. In addition, as a DAAD and an ACLS visiting scholar at Yale and Harvard, Klaus Martens furthered his knowledge of literary and cultural interaction on both sides of the Atlantic. This passion has brought him to Saarbrücken.

The department’s advantageous geographical location on the French border enables close cooperations with other departments of American Studies at French universities. Activities in transcultural cooperation extend beyond regional relations. During the last few years, the efforts of Martens and his team of research assistants have forged positive relationships in a variety of locations, thus leading to further cooperative activities. Exchange programs and joint research projects, for example, have been established with students and scholars from the United States, Canada, and the Caribbean. These and and other contacts have led to our organization of scholarly conferences, two of which took place in Saarbrücken (April 1998, October 1999) and a third at the University of Alberta (May-June 2000). Apart from our scholarly conferences, exhibitions in both Metz and Saarbrücken (1996, 1997, 1999) provided a forum to present our work to a larger public. Furthermore, an extensive series of publications reveived wide attention by numerous scholars.

With the initial establishment of the Research Center “The Mediation of World Literature in Translation” in 1995, which then evoked into the internationally structured and staffed “Centre for Canadian and Anglo-American Cultures (CCAC)”, the department is now excellently placed to pursue further avenues of research. The growing number of students and graduates who have chosen American Studies as their further endeavors, provides testimony to the popularity and success of our approach to North American Studies. In the past five years, dozens of students have completed a Master’s degree in American Studies while more than two hundred students completed their courses in the field as part of their State Exam. In addition, ten candidates successfully completed their PhD in American Studies.

Currently, North American literature is undergoing a period of transformation and transition. For the past decades, Canadian literature has been involved in the process of establishing two national traditions: English-Canadian and French-Canadian, thereby trying to avoid the cultural chauvinism and ethnocentricity of their European and American predecessors. In the United States, cultural elements excluded from the system in Colonial America ar now being introduced into the center of American cultural awareness. The literary contributions of women writers, for example, who always played a vital role in American literature, as well as writers of African, Hispanic, Asian, Jewish, and Native American background are now subject for further literay investigations.

Albeit the immense diversity, North American Studies at the University of the Saarland is committed to cover North American culture and its density in a variegated program. Our goal is to provide current student and alumni, along with interested members from th ecommunity at large, with all tools necessary for evaluation of cultural deleopments on the North American continent. In collegial partnership with related disciplines in British Literary Studies and Transcultural Studies, American Studies at the University of the Saarland bases its studies and research on close contact with countries, institutions, and the people respectively. Through mediation of knowledge and information, the very discipline of American Studies attempts to form seasoned experts in intercultural realtions. Find out for yourself!

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